spottet jeder Beschreibung.

Aber auch ohne Schaden, einfach durch das Bestreben, einen Solchen zu vermeiden, kann man sich durchaus schon Spott und Hohn zuziehen.

Leider, oder verdient?

Ich oute mich hier einfach mal: Ich trage auf Binnenseen schon bei wenig Wind und sowieso auf nicht vertrauten Booten eine Automatikweste. Das hat mir tatsächlich schon reichlich Gelächter eingebracht. Ich könnte das ja auch verstehen, wenn ich mit ‘nem Laser ablegen würde oder ‘nem 29er oder einem 420er oder irgendwas, das seinen Skipper regelmäßig abwirft. Irgendein Boot, bei dem der halbe Spaß das Wiederaufrichten ausmacht. Aber ich segle Zugvögel, Piraten oder mal eine Varianta 18. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal im Bach gelegen habe. Und da haben wir auch schon das stärkste Argument: Ich bin ein älteres Baujahr!

Ich gehöre der Generation an, aus der die meisten Opfer tödlicher Segelunfälle der letzten Jahre stammen. Ich bin 50+, körperlich nicht der Fitteste und trage 15 kg Übergewicht mit mir herum.

Was soll ich denn mit einer 50N Schwimmhilfe anfangen, mit der der 24-jährige Matchraceprofi prima bedient ist, der sich über meine 175N Automatikweste kaputt gelacht hat?

Wenn ich im April, auf der Alster, den Baum an den Kopf bekomme und ohne diese Weste über Bord gehe, dann stehen die Chancen gut, dass die professionellsten Helfer und Retter nur noch eine Leiche bergen können.

Und ‘das möchte ich nicht’.

Das möchte auch sonst keiner. Also mal den Ball flach halten, bitte!

Unlängst habe ich meiner Sammlung amtlicher Pappen ein weiteres Exemplar hinzufügen können: Ein ‘short range certificate’, kurz SRC genannt, welches mich berechtigt, für den Seefunkdienst in Verkehr gebrachte, auf Sportbooten installierte UKW-Funkanlagen zu bedienen.

Vor ein paar Tagen fragte mich unser Skipper, der das wusste, ob ich den Funkverkehr mit dem Hafen abwickeln wolle, in dem wir für die Dauer eines Mittagessens einen Liegeplatz brauchten. Klar wollte ich.

Keine 20 Minuten (!) später tönte es durch den nicht existierenden Äther: “Porto Portoferraio, Porto Portoferraio, this is Capriccio, Capriccio …”. Doch Porto Portoferraio strafte mich mit Mißachtung. Kurzer Blick zum Skipper: “Nochmal?” Nochmal! “Porto Portoferraio, …” – Nix.

Dann meinte der Skipper, ich könne es ja mal auf Kanal 9 versuchen. Der Fuchs, der wusste das. Hat mich aber machen lassen. Rechne ich ihm hoch an, ehrlich!

Den von mir gewählten Anrufkanal VHF 11 hatte ich übrigens aus dem Hafenhandbuch. Wir haben das dann schleunigst korrigiert. Und den Liegeplatz an Molo medici für zwei Stunden haben wir auch bekommen.

Und warum nun dauerte es fast 20 Minuten bis zum Anruf? Ich hatte die Bordbibliothek schon viermal von rechts auf links gekrempelt und wieder zurück ohne das Hafenhandbuch zu finden. Also rief ich den Skipper zu Hilfe. Ohne grosses Verständnis für mein Unvermögen kramte dieser aus dem Meter Bücher zwei dicke Wälzer hervor, die ich auch schon viermal in der Hand gehalten hatte. Den einen hatte ich als Bildband ‘Die schönsten Gärten der ligurischen Küste’, den anderen als Reiseführer ‘Elbas bedeutendste Bauruinen des Mittelalters’ eingeschätzt. Knapp daneben. Dann griff ich mir auch noch den Veralteten mit der falschen Frequenzangabe.

Das bringt mich nun zum eigentlichen Thema Scheine und was sie bedeuten – oder auch nicht.

An meinem Prüfungstag für den SRC vor wenigen Wochen ist angeblich jemand durchgefallen, weil er in der Bestätigung eines Notrufes auf Kanal 16 den Namen und das Callsign und zusätzlich noch die MMSI des Havaristen genannt hat. Die RR sagen aber: Entweder (Schiffsname und C/S) oder (MMSI).

Ob sich das nun tatsächlich so abgespielt hat oder ob es noch andere Gründe gab, den Kandidaten durchfallen zu lassen, das lasse ich mal dahin gestellt. Fakt ist aber, dass ich die Prüfung bestanden habe, ohne in der Lage zu sein, ein Hafenhandbuch zu finden und den Anrufkanal zu ermitteln. Ich habe ja noch nicht einmal jemals ein Hafenhandbuch in der Hand gehabt. Als unser Skipper das begriffen hatte, hat er sich sogar für seine Ungeduld bei mir entschuldigt. Er hat sich sowas einfach nicht vorstellen können. Verständlicherweise.

Mal ehrlich, liebe Verantwortliche und Würdenträger: Da läuft doch irgendwas nicht ganz rund, oder?

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Ach ja, das ist dieses grünliche Zeugs, das völlig harmlos ist und eben auf der Oberfläche eines Badesees herumschwimmen muss. Daran erkennt man, dass der See noch lebt.

Das dachte ich immer. Das mag auch so sein. Keine Ahnung. Echt nicht.

Ich kann es nicht ändern, dass seit gestern Abend eine andere Assoziation mit diesem Begriff verbunden ist; in meinem Kopf.

Ich bin gestern, vielleicht zum letzten mal in dieser Saison, mit dem Fruchtzwerg unterwegs gewesen.

Der Weg über den Steg des HSC war dank Gummistiefeln überwindbar. Die schiere Mächtigkeit der animalischen Hinterlassenschaften, zwischen denen es vorsichtig den gummibestiefelten Fuß zu setzen galt, ließ in mir das Bild von Pferden oder wenigstens irischen Wolfshunden aufkommen. Aber es gibt dort, auf der Außenalster, doch nur Wasservögel. Es müssen also Schwäne gewesen sein, oder?

Als wir nach Sonnenuntergang an den Steg zurück kamen, das Boot vertäut und klariert hatten und den Steg verließen, wurde klar, dass es Enten waren, die sich den Steg als Nachtlager ausgesucht haben und, anders, als die meisten Tiere, die der Mensch domestiziert hat, zwischen Lager und Klo nicht zu unterscheiden gewillt bzw. in der Lage zu sein scheinen. Dutzende dieser Tiere, vielleicht auch wirklich über hundert, hatten sich dort einen Platz für die Nacht gesucht. Die buchstäbliche ‘Erleichterung’ der Tiere angesichts dieses Erfolges ist nicht zu übersehen!

Und seit ich durch diese wirklich heftig üble Bescherung hindurch gestiefelt bin, frage ich mich, ob die Hinterlassenschaften eben jener Enten, wenn sie denn in freier Fahrt durch das Wasser achteraus von den niedlichen Paddelfüssen verquirlt wurden, vielleicht als Entengrütze durchgehen … Ach Igitt was für eine blöde Idee. Aber, siehe oben, ich kann es nicht verhindern …

Ich kann aber ein paar Bilder hochladen. So am Rande erkennt man, wovon ich gerade geschrieben habe. Im Fokus aber möchte ich das geradezu geniale Wettergeschehen sehen!

Ich fand praktischerweise, als ich gestern Abend ankam, einen Parkplatz direkt vor dem HSC. Es goss aber in Strömen. Ich war etwa zwanzig Minuten zu früh dran. Um 1800 waren wir verabredet. Ca. 4 Minuten vorher wurde es von Süden kommend heller und der Regen hörte auf.

Wir hatten wenig Wind. Aber der Drachen braucht nicht viel, um vorwärts zu kommen. Natürlich nicht im Renntempo, aber 2 Knoten hatten wir im Schnitt. Es war Fun. Yeah!

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Heute in einem Monat geht’s los.
Am Samstag, 13. Oktober, fliege ich morgens nach Muenchen und von dort am spaeten Vormittag weiter nach Elba.
Am Sonntag geht’s dann an Bord einer “Plastik 42″ – ich habe jetzt gerade vergessen, wer diesen Eimer zusammengeleimt hat. Irgendwas mit ‘J’ wird es wohl gewesen sein ;)
Dann haben wir (ein Skipper, irgendwelche anderen Leute und ich) zwei Wochen Zeit, den Eimer nach Mallorca zu ueberfuehren.
Sind ja bloss xhundert Meilen. Kann ja nicht so schwer sein…
Andererseits kann es da heftigen Wind geben. Wenn die Bedingungen anfangs gut sind, wird man das nutzen muessen. Also nicht erst dreimal die Acht um Korsika und Sardinien herum zirkeln und dann erst den Schlag rueber zu den Balearen.
Wie auch immer, ick freu mir!
Der ‘Eimer’ wird uebrigens betrieben vom DHH. Ich hoffe mal und glaube auch, dass das eine gute Wahl war. In ein, zwei oder drei Jahren mag das anders aussehen. Dann chartere ich vielleicht selber und kann hoffentlich auch beurteilen, ob ich mit dem Teil auch guten Gewissens ablegen kann. Oder ich hab was kleines, eigenes an der Elbe liegen. Und kann damit auch umgehen ;)
Im Augenblick verlasse ich mich auf den guten Ruf des DHH.
Ich war noch nie unter Segeln auf dem Mittelmeer. Ick freu mir!

Hier sieht man eine Entwicklung über annähernd sechs Jahrzehnte. Diese Entwicklung mag ja auch dazu beitragen, dass diese Klasse sich weiterhin / einer zunehmenden Beliebtheit erfreut. Und trotzdem fahren diese Schiffe manchmal noch gegeneinander, wie z.B. gerade jetzt vor Boltenhagen.

5.5er im Hafen 5.5er Parade vor der WM 2012 in der Wohlenberger Wiek

Ich muss gestehen, ich kannte diese Klasse gar nicht, als ich am Wochenende in die Marina nach Boltenhagen kam.

Aber dieses Boot begeistert. Insbesondere die Kombination Mahagony Rumpf / Teak Deck, aber auch die modernen Varianten mit ihren Designerrümpfen und dem teuren Kohlenstoff in Rigg und Segeln.

Das ist doch mal ein Boot:

5.5er

Klingt sehr vermessen in meinen Ohren. Der Drachen ist fuer mich schon immer das archetypische Boot gewesen. Den haben ganz Andere gezähmt.

Aber morgen Abend werde ich ihn segeln. Ich freu mich wie ein Schneekönig. (Vielleicht kann mir irgendein Schneekönig auch mal erklären, wie die sich eigentlich freuen. Bei Gelegenheit mal?)

Wir werden morgen Abend auf der Alster annähernd keinen Wind haben, es wird immer noch extrem warm sein und die Gewitter werden rechts oder links vorbei ziehen. Obacht! Gewitter! Rechts oder links vorbei! Wehe, wenn nicht!

Es wird kein Finn- oder Soling-Olympiasieger dabei sein, auch kein Drachen-Weltmeister. Aber vielleicht bekomme ich eine Ahnung davon, was man haben sollte, um ihn irgendwann vielleicht einmal zähmen zu können. Kreuzung zwischen Leistungssportler und Couchpotatoe? Sicher nicht. Aber da ist dieses Bild eines Steuermannes, der sich bei der Wende bequem unter der hochgeklappten Pinne auf der Bank nach Lee schiebt. Irgendwie unwirklich. Muss man wirklich niemals aufstehen, wenn man einen Drachen segelt? Niemals auf die Bordkante? Hätte ich mir als Kind eine Strickliesel wünschen sollen, oder komme ich auch so mit all den Leinen klar, die da unter dem Suell ins Cockpit fallen? Und ich weiß wohl, dass all die erfolgreichen Segler über athletische Qualitäten verfügen, auch, wenn es manchmal so aussieht, als bräuchten sie sie nicht.

Naja, das wird spannend morgen!

Meine Baseballcap. Einen halben Vormittag habe ich mich darüber gefreut, wie fest das Teil sitzt. Und dann war sie weg – wiitsch.

Meine Lesebrille. Sie lag im Schwalbennest im Cockpit. Wir hatten wohl wirklich ‘ne heftige Krängung. Sie fiel dabei heraus, jemand trat/setzte sich darauf, ein Glas splitterte. Später sah ich sie mir an und schmiss sie gleich über Bord. Autsch, macht man heute doch nicht mehr …

Meine Sonnenbrille. Ich habe sie, das weiß ich genau, vor Geronimo’s Mast abgelegt. Ablegen war im Gegensatz zum späteren Anlegen ganz einfach. Wahrscheinlich habe ich dabei auch ganz einfach mit der Genua die Brille über Bord gefegt. Jedenfalls war sie weg, als wir wieder zurück kamen. Blöd. Ich brauchte sie nicht einmal während der Fahrt.

Mein Hut. Als Ersatz für die Kappe habe ich mir einen Hut gekauft. Von Seeberger. Geiles Teil. Goretex, mit – wie heißt das denn bloß? – Kinnband? Kann jedenfalls nicht wegfliegen. Man kann den Hut aber prima am Steg liegen lassen. Irgend jemand findet ihn dort sicher auch. Ey Du Penner! Wir haben hier in HH gerade Cruise Days. So ziemlich alle guten Wünsche sind ausverkauft. “Pest an den Hals” ist noch frei. Mach was draus, Du Sack!

Meine Ersatz-Lesebrille. Das war jetzt was für das Lehrbuch. Wenn Du vorhast, auf einer Jolle den Vorschoter zu machen, dann pack zerbrechliche Dinge nicht in Deine Hosentasche. Auch wenn das eine Musto-Hose ist. Zerbrechliches Zeugs geht in der Hosentasche kaputt. QED!

Was kommt als Nächstes?

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